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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 7.724 mal aufgerufen
 Allgemeines (Software)
admin Offline



Beiträge: 117

11.01.2010 08:20
Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

Guten Morgen Kollegen,

ich würde hier gerne mal eine 2 kleine "Umfragen" starten:

1. Verzeichnisstruktur:

Welche Verzeichnisstruktur wird von Euch so benutzt ?
Daß jedes Projekt einen neuen Ordner bekommt ist relativ klar, speichert Ihr die Projekte "jahresweise" (z.B. 2010-001...) oder "durchlaufend"

Was macht Ihr mit den EDV-Dateien der Statik-Software ?
Dort gibt es zwei verschiedene Systeme: 1. Daten in einem Ordner für alle Projekte (für den Hersteller und zur Datensicherung einfacher), 2. Daten in den Projektordnern (übersichtlicher). Was macht Ihr bei 2.) , wenn ein neuer Rechner angeschafft wird, dann muß die Verzeichnisstruktur doch 100% übernommen werden, sonst finden die Projektmanager der Statik-Software nix mehr,... oder ?

2. Datensicherung:
Wie oft sichert Ihr Eure Daten ? Ist das RAID-System in den Ingenieurbüros schon Standard ?
Sichert Ihr zusätzlich zum RAID auch noch auf Wechselplatte ? wie oft ?
Wird die Wechselplatte alle paar Jahre umkopiert ?


Dieser Thread soll kein bestimmtes Problem lösen, sondern als Information Gedanken und Verfahrensweisen sammeln,
um seine eigene Struktur zu überdenken !

Danke an Alle die mitmachen !

admin

Bernd Offline



Beiträge: 37

11.01.2010 08:32
#2 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

Zu 1.: Ich bin ein Freund von durchlaufenden Nummerierungen. Jahresweise zu speichern macht meines Erachtens nur Probleme, wenn man Projekte hat die über mehrere Jahre laufen.

Zu 2.: Ich habe mich belehren lassen müssen, dass RAID keine Datensicherung ist. Wenn z. B. der RAID-Controller kaputt ist, werden die Daten auch falsch auf beide Platten geschrieben und alles ist hinüber. Eine regelmäßige Sicherung auf andere Medien ist daher zwingend nötig. Wir lassen inzwischen den Server jede Nacht komplett auf eine NAS sichern, so dass wir die Daten der letzten 5 Tage wieder herstellen können. Zusätzlich wird die NAS-Sicherung unregelmäßig auf externe Festplatten gesichert, die der Chef in eine andere Niederlassung mit nimmt, damit auch örtlich unabhängig eine Sicherung vorhanden ist. Es hilft die beste Sicherung nichts, wenn die Bude abbrennt :-/

admin Offline



Beiträge: 117

11.01.2010 16:50
#3 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

Hallo Bernd,

vielen Dank für den Hinweis zum RAID !
Was ist denn eine NAS ?

Unser Büro:

zu 1.) Durchlaufende Projektnummern. Statik-Software-Daten in den Projekt-Ordnern, außer wenn dies (quasi) nicht möglich, (z.B. bei PCAE-Software)
diese Dateien werden dann in einem "PCAE-Ordner" gesammelt. (Gefällt nicht so gut !)

zu 2.) (Noch) kein RAID, Datensicherung 2x täglich (mit Total Commander "Ordner synchronisieren") auf Wechselplatte.
Jedes Jahr 1x Tausch der Wechselplatte und (möglichst) sichere Verwahrung.

admin

Bernd Offline



Beiträge: 37

11.01.2010 18:09
#4 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

zu 1. Die optimale Datenstruktur gibt es wohl leider nicht, hängt eben sehr davon ab welche Programme man nutzt und wie dessen Datenstruktur organisiert ist. Arriba z. B. erlaubt mir nicht mal das Benutzerverzeichnis auf ein Netzwerk zu legen, da wird sofort eine Netzwerk-Lizenz gefordert, unabhängig davon ob ich das Programm alleine nutze.

zu 2. Eine NAS ist eine Festplatte mit Netzwerkschnittstelle, die irgendwo im Netz an einem Router hängt. Systeme gibt es z. B. von Bufallo als Raid-1 für ab etwa 200 Euro mit 1TB Speicher. Dadurch haben mehrere Rechner darauf Zugriff bzw. das System ist unabhängig von Rechnern und Betriebssystemen, da sie (normalerweise) über das Netzwerkprotokoll angesprochen wird. Für große Datenmengen braucht es allerdings seine Zeit, da kann man mit max. 14mb pro Sekunde schreiben.

Noch ein Wort zur Synchronisation: Da müsst ihr aber auch aufpassen wie ihr die Synchronisation macht. Wenn die Daten auf dem PC gelöscht werden, werden sie normalerweise beim Sync auch am Ziel gelöscht. Braucht man also eine Datei wieder, die man aus versehen gelöscht hat oder einen älteren Stand wegen falscher Änderungen, hat man da Pech gehabt. Daher auch unsere Lösung mit Komplett-Sicherung und Ständen von mehreren Tagen. Da kann man auch mal eine Version von Vor-Vorgestern wiederherstellen, wenn etwas nicht in Ordnung ist mit der aktuellen Datei.

mls Offline



Beiträge: 20

11.01.2010 19:27
#5 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

hi,

im projektordner gibts unterordner für alles
(un)mögliche - nur nicht für pcae (da können
wir uns die hand geben ;) )


alternativ zum nas kann man ein paar externe
usb-festplatten benutzen, bspw. 7 stück für
die perfektionisten oder 2 für dienstag/freitag.

die gesamte festplatte kann man rel. sicher mit
robocopy spiegeln.

sicherung in begrenztem umfang (projektordner)
mehrmals täglich auf usb-stick.

mehrere dateninstanzen sind nicht verkehrt ..


häufiges problem (hab ich auch noch nicht gelöst):
alles hängt am gleichen stromnetz ..

für das thema langzeitarchivierung ist mir noch
"nix gscheits" (ingenieurmässig praktikables)
untergekommen... magnetbänder sollen wohl zumindest
dauerhaft sein können - ob man mit den daten in 15
jahren noch was anfangen kann/will, wird sich zeigen:
also doch bleistift und säurefreies papier ..

grüsse, markus

F.Müller Offline



Beiträge: 37

26.01.2010 14:16
#6 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

Hallo zusammen,

eine interessante und, wie ich finde, wichtige Diskussion! Der Übersicht halber orientiere ich mich an der Struktur von admin.

1. Verzeichnisstruktur
Projektnummern, derzeit fünfstellig, auf einem Netzlaufwerk (Server), in Hunderterschritten auf Unterverzeichnisse verteilt; Beispiel:
Server\67100\...
Server\67200\67251 Bezeichung des Projektes X\
Server\67300\67323 Bezeichung des Projektes Y\


Jahresweise nein; falls man das tut, dann wird sinnvollerweise der BEGINN des Projektes angegeben. Allerdings würde ich dann die Verzeichnisse entsprechend umbenennen:
Server\2007\...
Server\2008\...

Vermutlich sorgt das jedoch für Ver(w)irrungen: "Wann ging Projekt soundso nochmal los..?" - Mir persönlich gefällt also die "reine" Nummernvergabe (ohne Jahreszahl oder Datum) besser --> durchlaufend.

Ab der Projektnummer herrscht Freiheit, welche Daten/Ordner wie benannt und angelegt werden. Dies führt zwangsläufig zu "Wilderei" und fehlenden Strukturen in den Subdirectories, Sonderzeichen im Namen etc.

EDV-Dateien der Statik-Software
Bei uns meist Variante 2: FriLo, Dlubal und z. B. Dübelbemessung mit einschlägiger Software direkt im Projekt, ggf. eigenes Unterverzeichnis. (Bei PCAE geht das kaum, haben wir jedoch nicht im Einsatz.) Neue Rechner: Darum kümmert sich der Admin. Falls neuer Rechner, gleicher Benutzer: Lokale Daten kopieren. Falls neuer Rechner, neuer Benutzer: Der "neue" erstellt sich seine Struktur (leider) selbst; kann u. U. zu Chaos führen ;-).

"Projektmanager für Statik-Software" gibts bei uns nicht.

2. Datensicherung
Bitte TÄGLICH (jedoch nicht unbedingt "mehrmals" (auf USB-Stick))! Statistisch gesehen raucht eine Festplatte alle fünf Jahre ab. Je nach Anzahl der Mitarbeiter ergeben sich daraus (theoretisch) JÄHRLICH mehrere Abstürze im Unternehmen, ggf. mit Datenverlust. Erst dann macht sich eine Sicherung bezahlt - und dann ist sie auch unbezahlbar!
http://de.wikipedia.org/wiki/Mean_Time_B...ures#Ermittlung
Oft - auch bei uns - werden Bänder eingesetzt, die nachts laufen und morgens von einem zuverlässigen, pünktlichen Mitarbeiter getauscht werden. CDs oder DVDs sind unflexibel, klein, langsam und kaum ausreichend dauerhaft. Auch hier hilft Wiki, z. B. mit dem 'Generationenprinzip', wie mls schreibt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Generationenprinzip
http://de.wikipedia.org/wiki/E-Mail-Archivierung
http://de.wikipedia.org/wiki/Datensicherung
http://de.wikipedia.org/wiki/GDPdU
http://de.wikipedia.org/wiki/Grunds%C3%A...BChrungssysteme

Finger weg von RAID - meiner ganz persönlichen Meinung nach. Teuer und für "durchschnittliche" Büros eher wie "Kanonen auf Spatzen". Gerne lasse ich mich belehren, jedoch scheint für den Normalverbraucher kaum nachvollziehbar, was da eigentlich geschieht...

Der TotalCommander ist toll; wie Bernd richtig meint, wird beim (asymmetrischen) Synchronisieren per TC nicht Vorhandenes auf der rechten Seite gelöscht.

Inzwischen existieren diverse, teils kostenpflichtige, Online-Dienste wie https://mozy.com/home, die halbwegs automatisiert die Daten auf ihren Servern ablegen. Damit wäre die räumliche Trennung beim Zimmerbrand gewährleistet.

Sonstiges
Das Stromnetz ist doch in D recht zuverlässig und ausfallsicher?! Ich habe mal was von intelligenten Netzteilen gehört, Bleikästen in der Größe einer Bierkiste und zig-mal schwerer. Aufgabe: Bei Stromausfall so lange Saft zur Verfügung stellen, dass es zum Sichern und geordneten Abschalten ausreicht, also ca. 10 Minuten...

Für meine lokale Sicherung verwende ich unter Windows ein simples, aber sehr wirksames Dos-Batch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Windows_Batch
Der Befehl 'XCOPY' ist mächtig und für meine Zwecke ausreichend, anpassbar mittels Parametern etc. Hilfe gibts in der DOS-Kommandozeile via 'help xcopy' (Start-Ausführen-'cmd' eintippen).

Und dann wären da - unvollständig:
-gesetzliche Vorgaben über die Speicherung von E-Mails
-kaufmännische Gesetze
-schinderhafte Vorgaben der Finanzämter, IN WELCHER FORM die Daten für das Amt vorzuhalten seien (Quasi schreibt die Behörde vor, wie das Unternehmen das handhaben soll!)
-Dauer der Aufbewahrung
-...

Einige links aus der Schnellsuche:
http://www.google.de/search?q=haftung+da...ung+unternehmen

Zitat
Nach der herrschenden Rechtsprechung muss dabei grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass der Unternehmer selbst für die gesetzlich erforderliche, regelmäßige Sicherung seiner Daten verantwortlich ist.

Quelle: http://www.it-recht-kanzlei.de/datensich...st-haftung.html

Hauke Offline



Beiträge: 19

26.01.2010 16:38
#7 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

zu 1.)

Wir (kleines Büro) ordnen nach Jahreszahlen und verschiedenen Arbeitsbereichen

Projekte P09-001 usw
Gutachten G09-001 usw

zu 2.)

Serversicherung täglich auf 2 getrennte USB-Festplatten

admin Offline



Beiträge: 117

27.01.2010 06:50
#8 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

Hallo Kollegen,

toller Beitrag von F.Müller !!

Nur zu einer Sache:

Zitat: Finger weg von RAID - meiner ganz persönlichen Meinung nach. Teuer und für "durchschnittliche" Büros eher wie "Kanonen auf Spatzen". Gerne lasse ich mich belehren, jedoch scheint für den Normalverbraucher kaum nachvollziehbar, was da eigentlich geschieht...

Warum ? Teuer ist Raid doch wirklich nicht mehr und soll doch nur den täglichen Durchsatz sichern, bis Abends auf ein anderes Medium gesichert werden kann.

Die Daten online Dienste, welche Daten "verwahren" halte ich für eine gute Sache, bin aber wie die meisten da noch eher konservativ skeptisch, was die Datensicherheit betrifft. Ich denke das wird sich mit den Jahren aber legen, im Alter wird man ja auch wieder toleranter :).

statro Offline



Beiträge: 4

15.12.2014 11:03
#9 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

Das sehe ich auch so!
Statt einem RAID lieber regelmäßig Backups erstellen (lassen)!

Don't worry - be happy!

uploadknecht Offline



Beiträge: 1

17.12.2014 16:29
#10 RE: Datensicherung + Verzeichnis-Struktur auf der Festplatte antworten

Hallo,
wir sind Dienstleister von einem Statik Büro in NRW und sichern die Daten seit ca. 5 Jahren online weg.
Versionen halten wir 180 bei bestimmten Shares vor, sprich, wir können, falls vom Kunden gewünscht, Dateien bis zur 180 Änderung zurück spielen.
Reaktionszeit bis zum Restore, weniger als eine Stunde.

mfg

Tamer Kor

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