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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 3.383 mal aufgerufen
 Holz
Matt0815 Offline



Beiträge: 2

26.04.2012 07:40
Vorgehensweise Nachweis Pfettendach antworten

Guten Tag,

ich bin Bauingenieur, allerdings habe ich Straßen- und Verkehrswesen vertieft. Aus meiner Familie kam vor kurzem die Bitte zu schauen, ob in einem vorhandenen Altbau ein Dachausbau möglich ist. Da ich mit den entsprechenden Fächern damals gut klagekommen bin, traue ich mir das auch grundsätzlich zu, habe aber hier und da Fragen zur Vorgehensweise.

Es handelt sich um ein Pfettendach mit Sparren der Dimension 7/14 mit Abstand 0,75m, einer Firstpfette von 12/22 und 12 m Länge, die mit zwei Pfosten (Feldgrößen ca. 2,2, 4,5 und 5 m) der Dimension 12/12 gestützt wird.

Ich bin nun so vorgegangen, dass ich zuerst mit dem geplanten Gewicht der zukünftigen Dachkonstruktion den Nachweis der Durchbiegung für die Sparren durchgeführt habe. Nun würde ich die errechneten Auflagerkräfte am First x Gesamtanzahl der Sparren auf eine Flächenlast umrechnen und zusammen mit dem Eigengewicht der Firstpfette als Belastung der Firstpfette ansetzen und wiederum den Nachweis auf Durchbiegung führen. Die Schnittgrößen hierzu wurden per Software ermittelt.

Ist dieses Vorgehen so grundsätzlich richtig? Welche Nachweise sind für die Firstpfette sonst noch zu führen?

Ich habe leider das Problem, dass der Nachweis 1,35 > 1,00 liefert und ich mir ggf. etwas überlegen müsste, um die Firstpfette zu verstärken.

Für den Pfosten wird sicherlich ein Knicknachweis notwendig. Sonst noch ein Nachweis?

Bin für jede Antwort dankbar.

Gruß,

Matthias

galapeter97 Offline



Beiträge: 59

26.04.2012 10:52
#2 RE: Vorgehensweise Nachweis Pfettendach antworten

Hallo und guten Morgen,

ein kleiner Hinweis,
beim Nachweis der Firstpfette wird gelegentlich die größte
Sparrenauflagerkraft x 2 genommen, d.h. dann ist der Wind
auch 2x drin, was man natürlich nicht braucht....

galapeter97

Matt0815 Offline



Beiträge: 2

27.04.2012 08:20
#3 RE: Vorgehensweise Nachweis Pfettendach antworten

Danke für die Rückmeldung.

Ich denke die Windlasten habe ich korrekt berücksichtigt.

Vielmehr scheint das Problem die "Deutung" der alten Statik zu sein. Vor Ort sieht das Ganze so aus, dass eine relativ kleine Fußpfette (10/12) auf dem Drempel im Dachgeschoss aufliegt. Die Mittelpfetten im Spitzboden liegen jeweils an 4 Stellen auf tragenden Wänden auf und sind mit der Beschriftung "Pfettenstoß als Gelenk" beschriftet. Die Firstpfette wiederum wird wie erwähnt von zwei Pfosten gestützt, die auf tragenden Wänden stehen.

Wie sieht nun das korrekte statische System aus? Ich würde ja sagen:

Sparren im First: gelenkig
Sparren im Auflagerpunkt der Mittelpfette gelenkig.

Die Frage ist nun, welche Mittel- und/oder Fußpfette die Horizontalkräfte aufnimmt?

Aus der alten Statik geht das für mich nicht eindeutig hervor. Es wurde hier scheinbar nie von einem zusammenhängenden System ausgegangen.

Wer weiß Rat?

Gruß,

Matthias

galapeter97 Offline



Beiträge: 59

28.04.2012 17:28
#4 RE: Vorgehensweise Nachweis Pfettendach antworten

Hallo nochmal,

im Standardfall werden die Sparren zweifeldrig durchlaufend über
das Zwischenauflager (Mittelpfette) geführt. First und Mittelpfette
sind vertikale Auflager, Fußpfetten-Auflager hat vertikale und horizon-
tale Lasten abzutragen.

Gruß galapeter97

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