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 Allgemeines (Statiker-Forum)
tüftler Offline



Beiträge: 1

31.08.2011 21:08
Statische Berechnung einer Obstanlage antworten

Hallo an alle. Ich bin ganz neu hier und möchte euch ganz direkt um Hilfe bitten.
Ich habe nämlich den Auftrag erhalten, eine statische Dimensionierung einer Hagelschutzanlage samt Stützgerüst für eine Obstanlage durchzuführen. Leider habe ich da einige Schwierigkeiten den richtigen Ansatz zu finden.
Das Stützgerüst der Anlagen besteht aus etwa 4,80m langen Spannbetonsäulen (80cm im Erdreich), in einem Raster von üblicherweise ca. 3,00x8,00m gesetzt. In der Reihe in Längsrichtung werden zwischen den Säulen die Obstbäume gepflanzt mit einem Abstand von ca. 70-80cm und einer Höhe von ca. 3,50m. Oben werden die Säulen in Längs- und Querrichtung mit Stahldrähten oder Drahtseile (je nach Anlagengröße) verspannt. Diese Verspannung wird mittels Anker im Erdboden verankert. Auf der Längsverspannung liegt dann das Hagelnetz mit einem Durchhang von ca. 50cm auf. In der Anlage findet ihr auch eine Skizze als pdf.
Solche Anlagen werden in der Regel nur aufgrund von Erfahrungswerten „statisch dimensioniert“. Aber nun wurde ich um eine Dimensionierung gebeten, weil eine evtl. Optimierung erreicht werden soll.
Nun möchte ich gerne folgende Aufgaben durchführen:

1. Lastannahme, vor allem aus Wind: Wie wirken die Windkräfte auf die einzelnen Reihen der Anlage, und wie groß ist die Angriffsfläche? Der wirkt ja nicht nur auf die erste Reihe, wenn er von der Seite kommt !? Wie wirkt sich der Wind auf das Netz aus, wenn er voll in die Anlage reinfährt? Das Netz wirkt eigentlich wie ein Segel !? Was passiert z.B. in einer Hanganlage bzgl. Auf- und Abwinde? Wirken diese sich stärker bzw. nachteiliger auf die Anlage aus als bei Wind in der Ebene? Wie lassen sich somit folgende Beanspruchungen bemessen:
2. Die Kräfte in der Längs- bzw. Querverankerung, sprich auftretende Zugspannungen in den Stahldrähten / -seile infolge Hagel- und Windlast, die dann über die Anker in den Boden abgeleitet werden?
3. Wie hoch sind die Spannungen in den Säulen? Kann man da nur reine Druck- und Knickbelastungen aus Eigengewicht und Hagellast berücksichtigen, oder auch z.B. Biegespannungen infolge Horizontalkräfte aus den Verspannungen.
4. Die Anker sind in der Regel Drehanker, also eine Stange aus Stahl, an der ein spiralförmiger Teller aufgeschweißt und in das Erdreich gedreht wird. Wie groß müssen die Auflagefläche des Tellers und die Einbautiefe des Ankers bei verschiedenen Böden sein (z.B. Sandböden, Schotterböden, lehmige Böden, usw.), um die Zugkraft aus den Verspannungen aufzunehmen?
5. Sind sonst noch besondere Kräfte und Beanspruchungen zu ermitteln und zu berücksichtigen?

Ich hoffe ihr habt einigermaßen verstanden was ich zu erklären versuchte !!
Interessant wird eine solche Berechnung vor allem bei größeren Anlagen von mehreren zig Hektar und Reihenlängen von mehreren 100m.
Macht es überhaupt Sinn so etwas realitätsnah zu bemessen, oder sollte man da besser wie bisher nach Erfahrung und „Bauchgefühl“ verfahren?
Ich brauche natürlich keine detaillierte Berechnung, mir reichen schon nur die richtigen Ansätze bzw. Inputs. Vielleicht wisst ihr ja eine bestimmte Literatur oder Homepage wo man nachsehen oder sich informieren kann.
Ich bin euch bereits im Voraus sehr dankbar, denn ich komme da irgendwie nicht weiter.

Dateianlage:
Skizze.pdf
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